Asbest wurde jahrzehntelang in Dächern, Fassaden, Bodenbelägen, Klebern, Rohrisolierungen und zahlreichen weiteren Bauprodukten eingesetzt. In älteren Wohnhäusern kann der Baustoff deshalb auch heute noch vorhanden sein. Solange asbesthaltige Materialien unbeschädigt und sicher eingebunden sind, besteht nicht automatisch eine akute Gefahr. Kritisch wird es vor allem dann, wenn die Materialien bearbeitet, beschädigt oder unsachgemäß entfernt werden.
Für Hausbesitzer stellt sich dann die Frage: Wie läuft eine private Asbestsanierung ab, wie lässt sich der Eingriff vorbereiten und mit welchen Kosten ist zu rechnen? Dieser Beitrag gibt eine fachliche Orientierung. Er ersetzt keine objektspezifische Gefahrstofferkundung und keine Beratung durch einen geeigneten Fachbetrieb.
Was bedeutet Asbestsanierung im privaten Wohnhaus?
Bei einer Asbestsanierung werden asbesthaltige Bauteile entweder entfernt, abgeschottet oder so bearbeitet, dass von ihnen keine unvertretbare Gefährdung mehr ausgeht. Welche Maßnahme geeignet ist, hängt unter anderem von der Art des Produkts, seinem Zustand, der Bindungsform des Asbests und der geplanten Nutzung des Raumes ab.
Typische Fundstellen in privaten Gebäuden sind:
- Wellplatten und Fassadenplatten aus Asbestzement
- alte Bodenbeläge, Floor-Flex-Platten und asbesthaltige Kleber
- Rohrisolierungen und technische Dämmungen
- Fensterkitt, Dichtungen und bestimmte Brandschutzmaterialien
- asbesthaltige Putze, Spachtelmassen und Fliesenkleber
- Spritzasbest oder andere schwach gebundene Produkte
Nach den Vorgaben der Gefahrstoffverordnung sind Tätigkeiten an Asbest grundsätzlich beschränkt. Zulässig sind insbesondere Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten unter den dafür geltenden Schutzanforderungen. Die Technische Regel für Gefahrstoffe TRGS 519 beschreibt dabei wichtige Anforderungen an Gefährdungsbeurteilung, Arbeitsplanung, Schutzmaßnahmen, Qualifikation und Entsorgung.
Asbestverdacht: Was Hausbesitzer zuerst tun sollten
Wenn ein Bauteil in einem älteren Gebäude verdächtig aussieht oder bei Renovierungsarbeiten unerwartet auf verdächtige Materialien gestoßen wird, sollten die Arbeiten sofort unterbrochen werden. Das gilt insbesondere für Bohren, Sägen, Schleifen, Fräsen, Stemmen und das Herausbrechen von Bauteilen.
- Arbeitsbereich verlassen und unnötigen Zutritt verhindern
- Staub nicht trocken kehren oder mit einem gewöhnlichen Haushaltsstaubsauger aufnehmen
- Material nicht weiter bewegen, zerbrechen oder verpacken
- keine Materialprobe ohne geeignete Schutzmaßnahmen entnehmen
- fachkundige Einschätzung und gegebenenfalls eine Laboranalyse beauftragen
Das Baujahr allein beweist nicht, ob ein Material asbesthaltig ist. Umgekehrt kann Asbest auch in Bauteilen vorkommen, bei denen Laien ihn nicht vermuten. Eine technische Erkundung durch eine sachkundige Stelle schafft deshalb die wichtigste Grundlage für die weitere Planung.
Der Ablauf einer privaten Asbestsanierung
1. Bestandsaufnahme und Gefahrstofferkundung
Am Anfang steht die Ermittlung, welche Bauteile betroffen sein könnten. Dabei werden Bauunterlagen, frühere Umbauten und die sichtbare Bausubstanz geprüft. Je nach Situation sind Materialproben und Laboruntersuchungen erforderlich. Eine Probe sollte nicht eigenständig aus einem verdächtigen Bauteil herausgebrochen werden.
Die Erkundung sollte außerdem klären, ob weitere Schadstoffe vorhanden sind. In älteren Gebäuden können neben Asbest beispielsweise künstliche Mineralfasern, PCB, PAK oder Holzschutzmittel eine Rolle spielen. Die Ergebnisse sollten in einer nachvollziehbaren Dokumentation festgehalten werden.
2. Festlegung des Sanierungsziels
Nicht jedes asbesthaltige Bauteil muss sofort entfernt werden. In manchen Fällen reicht es aus, das Material unangetastet zu lassen oder fachgerecht zu sichern. Eine Entfernung kann jedoch erforderlich sein, wenn eine Renovierung, ein Umbau, ein Rückbau oder eine bauliche Beschädigung bevorsteht.
Das Sanierungsziel sollte eindeutig formuliert sein: Geht es um die vollständige Entfernung, die Bearbeitung eines begrenzten Bereichs, eine Bodensanierung oder um den Rückbau eines gesamten Bauteils? Davon hängen Verfahren, Schutzmaßnahmen, Zeitaufwand und Kosten ab.
3. Arbeitsplanung und Schutzkonzept
Vor Beginn der Arbeiten werden Arbeitsbereich, Zugänge, Abschottungen, Dekontamination, persönliche Schutzausrüstung, Reinigung und Abfalllogistik geplant. Bei umfangreicheren Maßnahmen kann eine Unterdruckhaltung mit geeigneter Filtertechnik erforderlich sein. Auch die Versorgung mit Strom, Wasser und gegebenenfalls eine kontrollierte Schleusenführung müssen berücksichtigt werden.
Für gewerbliche Tätigkeiten gelten je nach Tätigkeit und Risikobereich besondere Anforderungen an Fachkunde, Anzeige, Ausstattung und gegebenenfalls die Zulassung des ausführenden Betriebs. Private Auftraggeber sollten sich vor der Beauftragung erklären lassen, welche Qualifikationen und Nachweise für das konkrete Vorhaben erforderlich sind.
4. Einrichtung und Abschottung der Baustelle
Vor dem eigentlichen Rückbau wird der Arbeitsbereich vorbereitet. Möbel, lose Gegenstände und nicht betroffene Materialien werden entfernt oder geschützt. Zugänge werden kontrolliert, angrenzende Bereiche abgeschottet und die notwendige Schutztechnik eingerichtet.
Die konkrete Ausführung richtet sich nach dem Material und dem Verfahren. Bei fest gebundenen Asbestzementprodukten gelten andere Anforderungen als bei schwach gebundenem Asbest oder bei asbesthaltigen Spachtelmassen. Eine pauschale Vorgehensweise ist deshalb nicht fachgerecht.
5. Ausbau oder Sicherung des Materials
Die Arbeiten werden mit einem geeigneten, möglichst emissionsarmen Verfahren durchgeführt. Ziel ist es, die Freisetzung und Verschleppung von Fasern zu vermeiden. Asbesthaltige Materialien dürfen nicht einfach zerbrochen, zersägt oder mit ungeeigneten Elektrowerkzeugen bearbeitet werden.
Bei einer Asbestbodensanierung kann beispielsweise nicht nur der sichtbare Bodenbelag relevant sein. Auch Kleber, Spachtelschichten und angrenzende Schichten müssen geprüft werden. Ob der komplette Aufbau entfernt werden muss, entscheidet sich erst nach der technischen Bewertung.
6. Reinigung und Freigabe
Nach dem Ausbau wird der Arbeitsbereich sorgfältig gereinigt. Dazu gehören je nach Verfahren die Reinigung von Oberflächen, Geräten und Zugangsbereichen sowie die kontrollierte Entfernung der Schutzmaßnahmen. Bei bestimmten Sanierungen können zusätzliche Messungen oder eine Freigabeprüfung erforderlich sein.
Erst wenn der Bereich nach dem vorgesehenen Verfahren als sicher bewertet wurde, sollte er wieder genutzt oder weiter ausgebaut werden. Eine einfache Sichtprüfung reicht bei anspruchsvolleren Sanierungen nicht immer aus.
7. Verpackung, Transport und Entsorgung
Asbesthaltige Abfälle gelten als gefährliche Abfälle. Sie müssen getrennt gehalten, geeignet verpackt, gekennzeichnet und einer zugelassenen Entsorgungsstelle zugeführt werden. Eine Vermischung mit Bauschutt kann die Abfallmenge vergrößern und die Entsorgung erschweren.
Die örtlichen Annahmebedingungen unterscheiden sich. Wertstoffhöfe, Deponien oder beauftragte Entsorgungsbetriebe nehmen asbesthaltige Abfälle häufig nur unter bestimmten Voraussetzungen und nach vorheriger Anmeldung an. Für größere Mengen und Abfälle aus einer Sanierung ist die Entsorgung über einen Fachbetrieb meist die sicherere und organisatorisch einfachere Lösung.
Mehr zur fachgerechten Asbestentsorgung und zum Ablauf einer Sanierung finden Hausbesitzer in den weiterführenden Informationen von CB Sanierung.
Was Hausbesitzer vor der Sanierung vorbereiten sollten
Eine gute Vorbereitung kann den Ablauf vereinfachen und unnötige Kosten vermeiden. Sinnvoll ist insbesondere:
- Bauunterlagen, Grundrisse und Informationen zu früheren Renovierungen bereitzustellen
- betroffene Räume freizuräumen, soweit dies ohne Kontakt mit verdächtigen Materialien möglich ist
- Bewohner, Nachbarn und andere beteiligte Gewerke über die Sperrung zu informieren
- Heizung, Lüftung und haustechnische Anlagen mit dem Fachbetrieb abzustimmen
- zu klären, ob während der Arbeiten eine Ersatzunterkunft notwendig ist
- Zufahrt, Stellfläche und Zugang zum Gebäude zu organisieren
- den Entsorgungsweg und mögliche behördliche Vorgaben frühzeitig zu prüfen
Besonders wichtig ist die Koordination mit Elektrikern, Heizungsbauern, Dachdeckern oder Trockenbauern. Kein anderes Gewerk sollte den abgesperrten Bereich ohne Freigabe betreten oder dort eigene Arbeiten beginnen.
Asbestsanierung privat: Welche Kosten entstehen?
Eine pauschale Preisangabe ist bei Asbestsanierungen nicht seriös. Die Kosten hängen stark davon ab, wo sich das Material befindet, wie groß die betroffene Fläche ist, ob es fest oder schwach gebunden vorliegt und welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind.
Zu den wichtigsten Kostenfaktoren zählen:
- Erkundung, Probenahme und Laboranalyse
- Einrichtung, Abschottung und Sicherung des Arbeitsbereichs
- Arbeitszeit und erforderliche Fachkunde
- Schutztechnik, Filtergeräte, Unterdruckhaltung und persönliche Schutzausrüstung
- Ausbauverfahren und Zustand des betroffenen Bauteils
- Reinigung, Kontrollmessungen und gegebenenfalls Freigabe
- Verpackung, Transport und Deponie- beziehungsweise Entsorgungsgebühren
- Wiederherstellung der Bauteile nach der Entfernung
Bei kleinen, gut zugänglichen und klar abgegrenzten Bereichen kann der Aufwand deutlich niedriger sein als bei einer umfassenden Sanierung mehrerer Räume. Eine Bodensanierung mit kontaminiertem Kleber, eine Dachsanierung mit Asbestzementplatten oder der Rückbau schwach gebundener Materialien sind jeweils sehr unterschiedliche Aufgaben.
In der Praxis kann eine private Asbestsanierung deshalb von einem überschaubaren vierstelligen Betrag bis in den niedrigen fünfstelligen oder höheren Bereich reichen. Diese Größenordnung ist lediglich eine grobe Orientierung und kein verbindliches Angebot. Bei größeren Flächen, schwieriger Zugänglichkeit, umfangreicher Abschottung oder zusätzlicher Schadstoffbelastung können die Kosten deutlich steigen.
Hausbesitzer sollten Angebote nicht nur nach dem Endpreis vergleichen. Entscheidend ist, ob Erkundung, Schutzmaßnahmen, Reinigung, Entsorgung und die Wiederherstellung tatsächlich enthalten sind. Ein ungewöhnlich niedriger Preis kann darauf hindeuten, dass wichtige Leistungsbestandteile fehlen.
Kann man Asbest im eigenen Haus selbst entfernen?
Von einer eigenständigen Entfernung ist dringend abzuraten. Die Bearbeitung asbestverdächtiger Materialien kann Fasern freisetzen und angrenzende Räume, Kleidung, Werkzeuge und Fahrzeuge kontaminieren. Auch eine scheinbar kleine Arbeit wie das Entfernen eines Bodenbelags oder das Bohren in eine alte Platte kann problematisch sein.
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin weist darauf hin, dass bestimmte Tätigkeiten im privaten Bereich grundsätzlich möglich sein können. Das bedeutet jedoch nicht, dass Laien ohne spezielle Ausstattung und Kenntnisse sicher arbeiten können. Sobald Helfer wie Nachbarn, Freunde oder Verwandte beteiligt sind, greifen zudem umfassende Anforderungen an den Schutz der beteiligten Personen.
Für Hausbesitzer ist es daher in aller Regel die verantwortungsvollere Lösung, die Erkundung, Planung, Demontage und Entsorgung einem geeigneten Fachbetrieb zu übertragen.
Woran erkennen Eigentümer einen geeigneten Fachbetrieb?
Vor der Beauftragung sollten Eigentümer prüfen, ob der Betrieb die für das konkrete Vorhaben erforderlichen personellen und technischen Voraussetzungen erfüllt. Dazu gehören unter anderem nachvollziehbare Angaben zur Qualifikation, zum vorgesehenen Arbeitsverfahren, zur Baustelleneinrichtung, zur Reinigung und zur Entsorgung.
Ein gutes Angebot beschreibt möglichst konkret:
- welche Materialien und Flächen bearbeitet werden
- welches Verfahren eingesetzt wird
- wie der Arbeitsbereich abgeschottet wird
- wie Abfälle verpackt und entsorgt werden
- ob Messungen oder eine Freigabeprüfung vorgesehen sind
- welche Nebenarbeiten und Wiederherstellungen enthalten sind
CB Sanierung übernimmt nach eigenen Angaben Projekte in ganz Deutschland und ist auf Asbestsanierung, Asbestdemontage, Asbestentsorgung, Asbestbodensanierung und Schadstoffrückbau spezialisiert. Einen Überblick über die Leistungen finden Sie auf der Seite Asbestsanierung.
Fazit: Sanierung sorgfältig planen und nicht improvisieren
Eine private Asbestsanierung beginnt nicht mit dem Ausbau, sondern mit der Erkundung und einer belastbaren Arbeitsplanung. Hausbesitzer sollten verdächtige Materialien nicht selbst bearbeiten, den Bereich sichern und zunächst fachkundig klären lassen, ob Asbest vorhanden ist.
Die Kosten lassen sich erst nach der Bewertung von Material, Fläche, Zugänglichkeit und Sanierungsverfahren seriös einschätzen. Ein vollständiges Angebot sollte neben der Demontage auch Schutzmaßnahmen, Reinigung, Entsorgung und mögliche Wiederherstellungsarbeiten berücksichtigen. Wer diese Punkte frühzeitig klärt, reduziert das Risiko von Nachträgen und schützt Bewohner, Nachbarn und beteiligte Gewerke.
Für eine individuelle Einschätzung können Sie Kontakt zu CB Sanierung aufnehmen.