Asbestplatte zerbrochen: Was nach einer Beschädigung zu tun ist

Eine Asbestplatte ist zerbrochen – was nun? Entscheidend ist, dass Sie Ruhe bewahren, den beschädigten Bereich nicht weiter betreten und keine eigenen Reinigungs- oder Abbrucharbeiten beginnen. Durch das Zerbrechen können Asbestfasern freigesetzt worden sein. Das gilt auch dann, wenn die Platte äußerlich wie gewöhnlicher Faserzement aussieht.

Asbesthaltige Platten wurden in Deutschland vor allem bei älteren Dächern, Fassaden, Garagen, Schuppen und landwirtschaftlichen Gebäuden eingesetzt. Ob ein Bauteil tatsächlich Asbest enthält, lässt sich anhand der Oberfläche oder des Markennamens allein jedoch nicht sicher feststellen. Im Zweifel sollte das Material wie asbesthaltig behandelt und durch einen sachkundigen Fachbetrieb beurteilt werden.

Das Wichtigste zuerst: Bereich sichern und Abstand halten

Wenn eine möglicherweise asbesthaltige Platte zerbrochen ist, sollten Sie zunächst jede weitere Faserfreisetzung vermeiden. Halten Sie Personen, Kinder und Haustiere vom betroffenen Bereich fern. Warnen Sie gegebenenfalls Nachbarn oder andere Personen, die den Bereich betreten könnten.

  • Arbeiten Sie nicht weiter an Dach, Fassade, Wand oder Boden.
  • Betreten Sie Bruchstücke möglichst nicht.
  • Fegen Sie Staub und kleine Teile nicht zusammen.
  • Verwenden Sie keinen Haushaltsstaubsauger.
  • Bohren, sägen, schleifen, fräsen oder zerschlagen Sie keine weiteren Teile.
  • Vermeiden Sie jede unnötige Bewegung, durch die Staub aufgewirbelt werden könnte.

Bei einem Schaden in Innenräumen sollten Türen zu angrenzenden Bereichen geschlossen bleiben. Lüftungs- oder Umluftanlagen sollten, soweit gefahrlos möglich, nicht weiter betrieben werden, wenn dadurch eine Verteilung von Staub in andere Räume möglich ist. Eine eigenständige Dekontamination ist nicht vorgesehen: Entscheidend ist, den Zustand nicht durch weitere Maßnahmen zu verschlimmern.

Warum eine zerbrochene Asbestplatte problematisch ist

Bei intakten, fest gebundenen Asbestzementprodukten sind die Fasern in einer Zementmatrix eingebunden. Bei mechanischer Beschädigung kann diese Bindung jedoch teilweise verloren gehen. Beim Brechen, Zerschlagen, Sägen oder Schleifen können lungengängige Fasern freigesetzt werden.

Asbest ist krebserzeugend. Mögliche Erkrankungen entstehen in der Regel nicht unmittelbar nach einem einzelnen Ereignis, sondern können sich erst nach langer Latenzzeit entwickeln. Das bedeutet nicht, dass nach jedem zerbrochenen Bauteil automatisch eine Erkrankung eintritt. Es bedeutet aber, dass jede unnötige Exposition vermieden und die weitere Bearbeitung fachgerecht geplant werden sollte.

Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass von intakten, fest gebundenen Asbestprodukten bei normaler Nutzung grundsätzlich keine relevante Faserfreisetzung ausgehen muss. Kritisch sind insbesondere mechanische und thermische Einwirkungen sowie unsachgemäßer Rückbau. Eine zerbrochene Platte ist deshalb anders zu bewerten als ein unbeschädigtes Bauteil.

Was Sie auf keinen Fall tun sollten

Bruchstücke selbst einsammeln

Auch wenn einzelne Teile handlich wirken, kann das Aufheben, Verschieben oder Stapeln weitere Kantenabbrüche und Staub verursachen. Eine fachgerechte Aufnahme, Verpackung und Reinigung gehört in die Hände eines entsprechend ausgerüsteten Unternehmens.

Staub trocken wegfegen oder absaugen

Trockenes Fegen kann abgelagerte Partikel erneut aufwirbeln. Ein gewöhnlicher Staubsauger ist für Asbeststäube nicht geeignet und kann die Fasern über die Abluft verteilen. Auch Druckluft, Laubbläser oder Hochdruckreiniger sind keine geeigneten Mittel für eine Eigenmaßnahme.

Die Platte mit Werkzeugen weiter bearbeiten

Versuchen Sie nicht, eine beschädigte Platte zu zerkleinern, aus einer Befestigung zu lösen oder für den Transport passend zu machen. Gerade solche Arbeiten können die Faserfreisetzung deutlich erhöhen.

Asbestabfälle in den Hausmüll oder Bauschutt geben

Asbesthaltige Abfälle müssen getrennt gehalten, sicher verpackt und entsprechend den örtlichen Annahmebedingungen entsorgt werden. Eine Vermischung mit anderem Bauschutt kann die Gefährdung und die Entsorgungsprobleme vergrößern.

Wie geht es nach der Beschädigung weiter?

  1. Schaden dokumentieren: Notieren Sie, wann und wodurch die Platte beschädigt wurde. Fotos können für die erste Einschätzung hilfreich sein, sollten aber nur aus sicherer Entfernung aufgenommen werden.
  2. Bereich absperren: Verhindern Sie den Zugang zu Bruchstücken, Staub und möglicherweise kontaminierten Oberflächen.
  3. Fachbetrieb kontaktieren: Beschreiben Sie Material, Ort, Größe des Schadens und die Frage, ob sich die Platte in einem Innen- oder Außenbereich befindet.
  4. Weitere Schritte abstimmen: Der Fachbetrieb beurteilt, welche Sicherungs-, Reinigungs-, Demontage- und Entsorgungsmaßnahmen erforderlich sind.

Bei größeren Schäden, einer Beschädigung in Innenräumen oder sichtbarer Staubentwicklung sollte die Kontaktaufnahme besonders zeitnah erfolgen. Wenn das Material nicht eindeutig identifiziert ist, sollte der Verdacht bis zur fachlichen Klärung bestehen bleiben.

Wann ist eine Untersuchung des Materials sinnvoll?

Bei älteren Bauprodukten ist eine sichere Einschätzung häufig nur über Unterlagen, Baujahr, Produktinformationen und gegebenenfalls eine fachgerechte Materialuntersuchung möglich. Das Alter allein beweist nicht, dass eine Platte Asbest enthält. Umgekehrt lässt sich Asbestfreiheit nicht allein durch Farbe, Form oder den Namen „Faserzement“ ableiten.

Eine Probenahme darf nicht unkontrolliert durch Eigentümer oder Heimwerker erfolgen, weil dafür erneut Material bearbeitet werden müsste. Ob eine Analyse notwendig ist und wie sie sicher durchgeführt wird, sollte mit einem dafür qualifizierten Fachbetrieb abgestimmt werden.

Asbestplatte im Außenbereich zerbrochen

Bei einer beschädigten Dach- oder Fassadenplatte im Außenbereich ist besonders darauf zu achten, dass Bruchstücke nicht durch Wind, Regen oder Arbeiten am Gebäude verteilt werden. Der Bereich unterhalb der Schadstelle sollte abgesperrt bleiben. Auch Dachflächen sollten nicht mehr betreten werden.

Eine Abdeckung oder Sicherung kann im Einzelfall erforderlich sein. Sie sollte jedoch nicht dazu führen, dass Personen auf die beschädigte Fläche steigen oder Bruchstücke eigenständig unter die Abdeckung geschoben werden. Die konkrete Vorgehensweise hängt unter anderem von Lage, Wetter, Zugänglichkeit und dem Zustand des Materials ab.

Asbestplatte in Innenräumen zerbrochen

Bei einem Schaden in Wohnräumen, Kellern, Werkstätten oder Hallen kann sich Staub auf Böden, Einrichtungsgegenständen und anderen Oberflächen ablagern. Lüften, Wischen oder Staubsaugen in Eigenregie ist nicht automatisch sicher, weil dadurch Fasern verteilt werden können.

Halten Sie den Raum möglichst geschlossen und vermeiden Sie unnötige Bewegungen. Wenn Personen bereits im Bereich waren, sollten sie den Raum verlassen und den Kontakt mit weiteren Personen sowie Gegenständen außerhalb des Bereichs möglichst begrenzen, bis eine fachliche Einschätzung erfolgt. Bei Beschwerden wie Atemnot oder starken akuten Reizungen ist unabhängig von der Asbestfrage medizinische Hilfe erforderlich.

Wer darf die Sanierung und Entsorgung übernehmen?

Arbeiten an asbesthaltigen Bauteilen fallen in Deutschland unter besondere Anforderungen des Gefahrstoff- und Arbeitsschutzrechts. Die Technische Regel für Gefahrstoffe TRGS 519 beschreibt Anforderungen an Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten mit Asbest, unter anderem an Sachkunde, Schutzmaßnahmen, Arbeitsverfahren und Organisation.

Für Eigentümer bedeutet das: Eine zerbrochene Asbestplatte sollte nicht wie gewöhnlicher Bauschutt behandelt werden. Beauftragen Sie ein Unternehmen, das für die vorgesehenen Tätigkeiten qualifiziert ist und die erforderlichen Schutz- und Entsorgungsmaßnahmen umsetzen kann.

CB Sanierung übernimmt Projekte im Bereich Asbestsanierung, Asbestdemontage und Asbestentsorgung in ganz Deutschland. Das Unternehmen arbeitet mit moderner Gerätetechnik und verfügt über mehr als fünf Jahre Erfahrung im Sanierungsbereich.

Wie werden die Bruchstücke entsorgt?

Asbesthaltige Abfälle müssen getrennt von anderen Abfällen gehalten und in geeigneten, sicher verschließbaren und gekennzeichneten Behältnissen gesammelt und befördert werden. Welche Annahmestelle zuständig ist, hängt von den örtlichen Vorgaben und der Art sowie Menge des Abfalls ab.

In Betracht kommen je nach Region Wertstoffhöfe, Deponien, Einrichtungen des öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgers oder beauftragte Entsorgungsunternehmen. Vor einer Anlieferung sollte immer geklärt werden, ob die konkrete Annahmestelle asbesthaltige Abfälle akzeptiert und welche Verpackung verlangt wird.

Weitere Informationen zu einer fachgerechten Lösung finden Sie auf der Seite zur Asbestentsorgung.

Müssen Betroffene nach dem Ereignis zum Arzt?

Nach einer einmaligen, kurzen Exposition besteht kein Anlass für eine automatische medizinische Untersuchung allein aufgrund des Verdachts. Eine individuelle Einschätzung kann jedoch sinnvoll sein, wenn es zu einer deutlichen Staubentwicklung, wiederholter oder längerer Exposition oder einer beruflichen Belastung gekommen ist.

Wenden Sie sich bei gesundheitlichen Beschwerden an eine Ärztin oder einen Arzt und schildern Sie möglichst genau, wann, wo und wie die Exposition stattgefunden haben könnte. Bei akuten Beschwerden wie Atemnot, Brustschmerzen oder starken Reizungen ist sofort medizinische Hilfe erforderlich.

Kurzcheck: Das richtige Verhalten bei einer zerbrochenen Asbestplatte

  • Abstand halten und Personen fernhalten.
  • Keine Bruchstücke anfassen oder verschieben.
  • Nicht kehren, bohren, sägen, schleifen oder saugen.
  • Keine weitere Bearbeitung oder Eigenreinigung beginnen.
  • Schaden aus sicherer Entfernung dokumentieren.
  • Qualifizierten Fachbetrieb kontaktieren.
  • Entsorgung nur getrennt, verpackt und nach den örtlichen Vorgaben durchführen lassen.

Fazit

Eine zerbrochene Asbestplatte ist kein gewöhnlicher Bauschaden. Die wichtigste Maßnahme besteht darin, den Bereich zu sichern und jede weitere mechanische Belastung zu vermeiden. Eigenständiges Aufräumen, Zerkleinern oder Entsorgen kann die Faserfreisetzung erhöhen und die Situation verschärfen.

Lassen Sie den Schaden fachlich beurteilen. Ein qualifizierter Sanierungsbetrieb kann die erforderlichen Maßnahmen zur Sicherung, Demontage, Reinigung und Entsorgung planen und umsetzen. Bei Fragen zu einem konkreten Schaden können Sie CB Sanierung kontaktieren.

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